Ohne ISO GPS„Die Bohrung soll da ungefähr hin."
Der Konstrukteur meint die Mitte, der Fertiger trifft die Ecke, der Prüfer misst irgendwo dazwischen. Alle haben recht. Das Bauteil trotzdem nicht.
Willkommen in der Welt, in der ein Fingerabdruck ein Messergebnis ruiniert, ein Grad Temperaturunterschied ein Bauteil „wachsen" lässt und „ungefähr" ein Schimpfwort ist. Wir erklären, warum das alles kein Spleen ist – sondern der Grund, warum Ihr Auto nicht klappert.
Ein Mikrometer (µm) ist ein Tausendstel Millimeter. Klingt abstrakt? Der Balken zeigt, wie die Dinge zueinander stehen – Ihr Haar ist hier der Riese.
Ihr Haar ist 70 µm dick.
Wir diskutieren beruflich über deutlich weniger.
Industrielle CT dreht ein Bauteil durch hunderte Röntgenaufnahmen und rechnet daraus ein vollständiges 3D-Volumen. Innengeometrien, Lunker, Baugruppen im montierten Zustand – alles messbar, nichts zersägt. Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, was das Verfahren leistet, haben wir es an Objekten gezeigt, die jeder kennt.
Bei 10 µm Voxelgröße werden Muskelfasern und Tracheen sichtbar – feiner aufgelöst als ein Siebtel Ihrer Haardicke. Dieselbe Schärfe nutzen wir, um Mikrorisse und Poren in Ihren Bauteilen zu finden.
Schokolade, Kapsel, Spielzeug – die CT trennt Materialien nach ihrer Dichte und färbt sie ein. Genau so prüfen wir montierte Baugruppen: Sitzt jedes Teil dort, wo es hingehört? Ganz ohne Demontage.
Die Schale wird transparent, der Kern bleibt stehen. Diese Segmentierung ist unser Werkzeug für Hinterschnitte und Innengeometrien, an die kein Taster der Welt herankommt.
Jeder Kern einzeln erfasst, ganz ohne Messer. Was hier Kerne sind, sind bei Ihnen Lunker im Guss oder Fehlstellen im Verbundwerkstoff – automatisch gezählt, vermessen und bewertet.
Alle Aufnahmen stammen aus unserem Labor. Ja, wir haben ein Überraschungsei geopfert – im Dienst der Wissenschaft.
Eine technische Zeichnung ist ein Vertrag. ISO GPS – die „Geometrische Produktspezifikation" – ist die Vertragssprache dazu. Sie legt fest, was ein Maß wirklich bedeutet: Wo wird gemessen, wie oft, mit welchem Bezug, und was passiert an den Grenzen? Ohne diese Sprache reden Konstruktion, Fertigung und Prüfung aneinander vorbei – höflich, aber teuer.
Der Konstrukteur meint die Mitte, der Fertiger trifft die Ecke, der Prüfer misst irgendwo dazwischen. Alle haben recht. Das Bauteil trotzdem nicht.
Ein Rahmen, fünf Felder, null Interpretationsspielraum: Die Bohrungsachse darf maximal in einem Zylinder von 0,1 mm Durchmesser liegen – eindeutig verortet im Bezugssystem A–B–C. Jeder misst dasselbe. Das ist der ganze Trick.
Der Klassiker unter den Anfragen – und der Grund für diesen Abschnitt.
Wir messen Ihre Bauteile: Ist die Welle im Maß? Stimmt die Position der Bohrungen? Ist der Gussteil-Kern porös? Das Ergebnis ist ein Prüfbericht über Ihr Produkt.
Kalibrieren heißt: Ein Messmittel (Messschieber, Lehre, Messschraube) wird gegen ein Normal verglichen. Das ist eine eigene Disziplin mit eigener Akkreditierung – und gehört nicht zu unserem Angebot. Wir empfehlen Ihnen aber gern ein passendes Kalibrierlabor.
Jede Messung hat eine Unsicherheit. Wer Ihnen ein Messergebnis ohne Unsicherheitsangabe verkauft, verschweigt die halbe Wahrheit. Wir ermitteln unsere Messunsicherheit systematisch und schreiben sie in jeden Bericht. Erst dadurch wird aus „24,998 mm" eine belastbare Aussage: nämlich „24,998 mm ± 0,002 mm". Und erst dadurch lässt sich nach ISO 14253-1 sauber entscheiden, ob ein Bauteil nachweislich in der Toleranz liegt – oder nur vermutlich.
Ein Messwert ohne Unsicherheit ist
nur eine Zahl mit Selbstbewusstsein.
Drei Fragen, kein Zeitdruck, keine Note. Aber Ruhm und Ehre.